Jun 242013

Ferienzeit ist Reisezeit. Gerne wird auch außerhalb Deutschlands Urlaub gemacht und ggf. auch der Hund mitgenommen. Was mancher Hundehalter und Reisewilliger nicht weiß, Dänemark hat zurzeit das strengste Hundegesetz in Europa, auch wenn zwar bereits seit 2010 in Kraft ist, inkl. Änderungen vom 01. Juli 2010.

Dazu ein ganz kurzer Abriß als Information für Reisewillige.

Gem. § 1a des Gesetz sind das Halten und/oder die Zucht folgender Hunderasse bzw. Kreuzungen mit diesen Rassen verboten:

  • Pitbull Terrier
  • Tosa Inu
  • Amerikanisch Staffordshire Terrier
  • Fila Brasileiro
  • Dogo Argentino
  • Amerikanisch Bulldog
  • Boerboel
  • Kangal
  • Centralasiatisch Ovtcharka
  • Kaukasisch Ovtcharka
  • Südrussisch Ovtcharka
  • Tornjak
  • Sarplaninac

Nach § 1b Abs. 1 steht der Polizei das Recht zu, die Hunde einzuschläfern bzw. einschläfern zulassen, sofern es sich um die Hunde oder Kreuzungen von ihnen gem. § 1a handelt. Zwar dürfen aufgrund § 3 Abs. 4 des Änderungsgesetzes Personen ihre Hunde behalten, wenn sie diese Tiere vor dem 17. März 2010 bereits hielten. Abgesehen von den Angaben im Heimtierausweis könnte es u.U. Nachweisschwierigkeiten geben. Diese Tiere sind jedenfalls an kurzen Leinen zu führen und haben einen Maulkorb zu tragen, d.h. selbst wenn sie nach deutschem Recht davon befreit sind.

Im Zweifelsfall muß gem. § 1b Abs. 2 der Halter die Abstammung bzw. die (Nicht)Rassezugehörigkeit nachweisen. Ist die Polizei der Auffassung, daß die Nachweise nicht ausreichen, kann das Tier von ihr sichergesellt werden, § 1b Abs. 3.

Nicht nur die o.g. Hunde, sondern nach diesseitiger Lesart alle Rassen betrifft § 6 des Gesetzes. Auch hier wurde der Polizei eine sehr weitreichende Befugnis zugewiesen, die bis hin zur Tötung des Tieres reichen kann.

Grundpflicht des Halters ist es gem. § 6 Abs. 1, Schäden durch den Hund an anderen zu verhindern. Ist der Hund (oder dessen Halter) durch sein Verhalten auffällig geworden oder gibt es andere Gründe für die Annahme, daß dieser Hund gefährlich für seine Umgebung ist, kann die Polizei gem. § 6 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 verschiedene Maßnahmen anordnen, z.B. daß nur der Halter selbst oder Personen über 18 Jahren das Tier ausführen, wobei andere Hunde nicht mitausgeführt werden dürfen (Nr. 2), das Tier einen Maulkorb tragen und an einer max. 2m langen Leine geführt werden muß (Nr. 3) oder das Tier eingeschläfert werden soll (Nr. 4). Aufgrund der Verhältnismäßigkeit dürfte sich Nr. 4 als ultima ratio erweisen, wobei für das Verhalten der Polizei vor Ort von hieraus keine „Hand ins Feuer gelegt“ wird.

Hat die Polizei dem Halter entsprechende Auflagen gem. § 6 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 gegeben und wird dagegen verstoßen, kann das Tier gem. § 6 Abs. 4 eingeschläfert werden. Sollte es zu einer Beißattacke gegenüber Menschen oder Hunden gekommen sein, ist auch hier die Polizei berechtigt, das Tier einzuschläfern, § 6 Abs. 5. Interessant erscheint hier zunächst, daß im Rahmen von Beißattacken „nur“ Menschen und Hunde betroffen sein sollen. Angriffe auf andere (Haus)Tiere (Pferde, Rinder, Schafe) dürften über § 6 Abs. 2 abgedeckt sein, auch wenn § 6 Abs. 2 von „wesentlichen Schäden“ spricht.

Zwar trägt die Polizei die Kosten für das Einschläfern, sie kann und wird diese Kosten aber vom Halter zurückfordern, § 6 Abs. 6.

Insofern sollte dieses beachtet werden, wenn man nach Dänemark mit seinem Hund fahren und keine bösen Überraschungen erleben möchte.

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