Okt 272014

Wer seine Kunden über das Internet findet, ist von guten Suchergebnissen abhängig. Die meisten Suchanfragen laufen über Google. Wer bei Google nicht gefunden wird, muss also mit geschäftlichen Nachteilen rechnen.
Dies ist der ideale Ansatzpunkt für Betrüger. Sie gehen dabei wie folgt vor: zunächst wird das Opfer angerufen, wobei man sich als Mitarbeiter von Google ausgibt. In diesem Telefonat wird der Eindruck erweckt, dass wichtige Einträge gelöscht werden würden, wenn man den Vertrag nicht verlängert. Gleichzeitig wird das Opfer nach den üblichen Kontaktdaten ausgefragt. Am Ende des Gesprächs hat das Opfer den Eindruck, direkt mit der Firma Google gesprochen und das Löschen der für das Geschäft überlebenswichtigen Eintragungen verhindert zu haben.
Dies ist natürlich nicht der Fall.
Tatsächlich kommt nach einiger Zeit eine Rechnung für einen angeblichen Premiumeintrag. Oben auf der Rechnung taucht ein Logo „Google Suche“ auf, im Briefkopf wird ein Geschäftsführer mit Anschrift in Leipzig erwähnt, jedoch ist keinerlei Hinweis auf die Rechtsform zu erkennen. Das für die Zahlung des Rechnungsbetrages angegebene Konto soll angeblich Google gehören – auch hier ohne den Rechtsformzusatz.
Wem das Konto tatsächlich gehört, ist nicht ersichtlich – dies ist aber auch insoweit egal, da die Banken bei Überweisungen nur die Kontonummer, nicht aber den Namen des Empfängers prüfen.
Interessant sind auch die AGB: hier geht es hauptsächlich darum, dass der Kunde gefälligst zu zahlen hat, da die Forderung ansonsten an ein Inkassobüro abgegeben wird. Dies wird mit einigen Ausführungen zum Datenschutz und zum Haftungsausschluss garniert. Als Anbieterdaten werden nur eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse angegeben. Dass Google-Suche nur eine Adresse bei outlook.de hat, unterstreicht die Unseriosität des Ganzen.
Die Frage ist natürlich, ob die Opfer dies überhaupt wahrnehmen. Aus Sicht der Geschädigten gab es ja einen Anruf von Google, der Grundlage der Rechnung war. Dieses Vorgehen unterscheidet die Google-Betrüger von den üblichen Fällen, in denen die Kontaktaufnahme nur per Post erfolgt (Adressgräber, falsche Gerichtskostenrechnungen an Insolvenzschuldner etc.).
Da vorliegend der Anfangsverdacht gewerbsmäßigen Betrugs besteht, wurde die Sache bei der zuständigen Staatsanwaltschaft angezeigt. Falls Sie ebenfalls verdächtige Schreiben erhalten, ist eine Anzeigeerstattung wünschenswert, damit für die Staatsanwaltschaft belegbar ist, dass es eine größere Zahl Betroffener gibt. Aber egal, ob Sie Anzeige erstatten wollen oder nicht, eines sollten sie nicht tun: die betrügerische Rechnung bezahlen.

Be Sociable, Share!

Eine Antwort to “Vorsicht Falle: Betrug mit Google-Suche”

  1. […] Falle: Betrug mit Google-Suche Vorsicht Falle: Betrug mit Google-Suche […]

Kommentare sind derzeit nicht möglich.

/* ]]> */