Aug 022011

Ein Fall, wie er sich zu Hunderten in Deutschen Familien abspielen dürfte:

Momentan sind unter Jugendlichen sogenannte Softair-Pistolen äußerst beliebt. Und leicht erhältlich. Der Mandant hat einen 14-jährigen Sohn.
Jener kam geknickt von der Schule nach Hause und erzählte, daß der Direktor ihm seine „Pistole“ abgenommen habe, im Klassenzimmer, er habe damit angeben wollen. Der Sohn hatte sie für knapp 30,- EUR in einem Spielzeugladen erworben, eine Nachahmung der „Walther PPK“. Leider war die Geschichte nicht die ganze Wahrheit, wie sich herausstellte, als der Vater eine Vorladung von der Polizei bekam! Man sollte sich zu dem Vorgang äußern, daß der Junge vor der Schule mit Freunden herumgeballert habe.

Daß sich der Laie nicht mit den tückischen Feinheiten des Waffenrechts auskennt, liegt in der Natur der Sache. Doch es gilt wie immer der Satz „Unkenntnis schützt vor Strafe nicht!“:
Die Einzelheiten sind an verschiedenen Stellen im Waffengesetz und dessen Anlagen 1 (Begriffsbestimmungen) und 2 (Waffenliste) geregelt.

Erlaubt sind danach für Personen unter 18 Jahren der Erwerb und Besitz,
– wenn den Geschossen der Softair-Waffen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5 Joule erteilt wird,
– dies mit gebräuchlichen Werkzeugen nicht verändert werden kann und
– wenn die Softair-Waffen zusätzlich keine Anscheinswaffen sind, also nicht wie „echte“ Schußwaffen aussehen.

Erlaubt sind weiter für Personen über 18 Jahre der Erwerb und Besitz, wenn den Geschossen der Luftdruck-/Federdruck-/CO2-Waffen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 7,5 Joule erteilt wird und die Waffen eine bestimmte Kennzeichnung aufweisen. Das Schießen mit solchen Waffen ist nur im (eigenen) befriedeten Besitztum erlaubt, also z.B. im eigenen Garten, wenn die Geschosse das Besitztum nicht verlassen können! Also auf Tauben in Nachbars Garten zu schießen, ist schon nicht mehr erlaubt.

Das Führen von Softair-/Luftdruck-/Federdruck-/CO2-Waffen ist immer verboten. Das heißt, man darf nicht die tatsächliche Gewalt über Softair-Waffen außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume, des eigenen befriedeten Besitztums oder einer Schießstätte ausüben.

Ausnahme: Transport von einem im Sinne des Waffenrechts legalen Ort zum anderen in einem verschlossenen Behältnis.

Alles nach dem Waffengesetz nicht Erlaubte ist mindestens eine Ordnungswidrigkeit, unter Umständen auch eine Straftat.
Der Verkäufer hat dem kleinen Käufer einen Zettel mit „Hinweisen nach WaffG“ mitgegeben, der aber nahm davon natürlich keine Notiz. So erwarten Vater und Sohn (14 Jahre und damit strafmündig!) nun ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit.

Daher kann nur geraten werden, daß Eltern ihre Kinder warnen und kontrollieren, solche (Spielzeug-)Waffen nicht zu erwerben. – Und wenn doch das „Kind in den Brunnen gefallen“ ist, schnellstens einen Anwalt mit Kenntnissen im Waffenrecht aufzusuchen. Nur ein solcher kann kompetent darüber aufklären, was im schlimmsten Fall auf Eltern bzw. Kind zukommt und kann kompetent hinsichtlich des sinnvollsten weiteren Vorgehens beraten.

Hendrik Rommel
RA und FA f. StrafR
Winterhuder Weg 29-31
22085 Hamburg
Tel.: +49 40/22930-31, -32, -33
Fax: +49 40/2297210
mailto:mail(at)Rommel-Strafverteidiger.de

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35 Antworten to “Vorsicht: Softair-Waffen! Unkenntnis schützt vor Strafe nicht…”

  1. John Doe sagt:

    Warum hat der Vater ein Bußgeld zu erwarten?

  2. Sabbatti sagt:

    Tja, und warum bleibt die Mutter unbelangt?

    Faktisch dürfte es darauf hinauslaufen, dass der Sohnemann eine Ordnungswidrigkeit „Führen einer Anscheinswaffe“ begangen hat.

    Aus dem Geschildertem ergibt sich nicht, weshalt die Eltern zu belangen seien.

    sabbatti

  3. RA Rommel sagt:

    Im Ordnungswidrigkeitenrecht wird nicht wie im Strafrecht zwischen Täterschaft und Teilnahme (Anstiftung oder Beihilfe) unterschieden. Es gibt dort nur Beteiligte, § 14 OWiG. Und die Erziehungsberechtigten kommen aufgrund ihrer Rechtsstellung – je nach Ausgestaltung des konkreten Falles – ebenfalls als Beteiligte an der Ordnungsgwidrigkeit in Betracht. Mit der Folge, daß auch gegen sie ein Bußgeld verhängt wird.

  4. Christoph Zimmermann sagt:

    Mein Sohnemann(13 Jahre) hat mit der Softair eines Freundes in der Schule einen Schuss abgegeben.
    Der hat unglücklicherweise auch noch ein Mädchen am Arm getroffen. Ein kleiner roter Fleck , der nach zwei Tagen verschwunden war, war die Folge.
    Nach meinem Rechtsverständnis müsste doch in solch einem Fall die Schule, die die Aufsichtspflicht hat bei einem eventuellen Bussgeld mit im Boot sein, und nicht wir als Eltern ?
    Oder bin ich da auf dem Holzweg?

  5. RA Rommel sagt:

    Möglicherweise hat – neben den Eltern – auch die Schule ihre Aufsichtspflicht verletzt.

    Aber auch wenn das so wäre, gibt es im öffentlichen Recht keine Gleichheit im Unrecht. Das heißt, man kann sich nicht darauf berufen, ein anderer müsse ebenfalls „bestraft“ werden.

    Und eine „Gesamtschuldnerschaft“ gibt es bei Straf- und Bußgeldzahlungen ebenfalls nicht. Sie betreffen nachvollziehbarerweise immer nur den Adressaten selbst und unmittelbar.

  6. Mario sagt:

    Hallo Herr Rommel,

    ich habe vor eine Softairwaffe zu transportieren und möchte ihnen mein Vorhaben mit den details schildern.

    Ich bin 16 Jahre und die Waffe hat genau 0,5 joule.

    Jetzt möchte ich diese Waffe mit dem Zug nach Hause transportieren.So wie ich das jetzt mitbekommen habe,muss die Waffe in einem VERschlossenen Behältnis und getrennt von Magazin und Munition tragen.

    Ich habe lediglich nur einen Reisekoffer und die Verpackungsschachtel bzw. Karton der Waffe.Jetzt möchte ich fragen,was ich beim transportieren dieser Waffe beachten muss?

    Können sie mir dabei helfen,alles richtig zu machen,oder ist das gar verboten.Hier hab ich noch Links von den Details:

    M85,Softair,0,5 joule (Zubehör: Schalldämpfer,Magazin,Visier,Griff)

    http://www.google.de/imgres?q=m85+softair&num=10&hl=de&biw=1366&bih=667&tbm=isch&tbnid=s-U985caFNgM1M:&imgrefurl=http://www.softairwelt.de/Softair-Gewehre/49016/G36C-M85-Vollautomat.html&docid=3zxv8OLJc6IgpM&imgurl=http://www.images.softairwelt.de/pic3/400a_49016.jpg&w=380&h=270&ei=FBYxUJrcLsnDtAa1y4DQAg&zoom=1&iact=hc&vpx=508&vpy=89&dur=315&hovh=189&hovw=266&tx=161&ty=100&sig=111399323067285252308&page=1&tbnh=137&tbnw=192&start=0&ndsp=18&ved=1t:429,r:2,s:0,i:106

    Bild der Reisetasche (so in etwa..)

    http://www.rhoen-yachting-club.de/images/Reisetasche.gif

    ….und ein Karton,auf dem die Waffe auch abgebildet ist

  7. RA Rommel sagt:

    Eine konkret fallbezogene Rechtsberatung ist auf diesem Wege schon aus Haftungsgründen leider nicht möglich.

    Dazu müßten Sie sich bitte direkt an eine Rechtsanwaltskanzlei wenden, wobei Sie selbstverständlich in Ihrer Anwaltswahl völlig frei sind.

  8. A.Weber sagt:

    Hallo Herr Rommel,
    einem Freund von mir ist folgendes passiert: Sie wahren auf dem Weg zu einem Training, und spieltern mit einer nicht geladenen Soft Air herum. Ein Junge hielt sie sogar noch aus dem Fenster. Als sie auf ihre Kameraden warteten, fuhr ein polizeiwagen heran und sie umstellten das Auto und forderten die Waffe. Es stellte sch heraus dass jemand aussenstehendes die Polizei allamiert hatte. Nun erhielt er eine Vorladung wegen verstoß gegen das Waffengesetz. Nun würde mich interessieren, was hat er zu erwarten?? Er ist 14 Jahre alt.
    Mit freundlichen Grüßen,
    A.Weber

  9. RA Rommel sagt:

    Auch hier gilt leider, daß eine auf einen konkreten Fall bezogene, eine Rechtsberatung darstellende Antwort so nicht möglich ist, siehe Antwort Nr. 7.

  10. Samuel sagt:

    Wäre es erlaubt eine Softairwaffe ab 18 sich zuzulegen und das Magazin rauszunehmen, wenn ein Kind erst 14 Jahre alt wäre.Die Waffe wäre somit ungefährlich.

  11. RA Rommel sagt:

    Welcher *Besitz* erlaubt ist, ergibt sich aus dem Artikel.

    Die Aufbewahrung muß immer so erfolgen, daß sie ungefährlich ist, das sagt schon der gesunde Menschenverstand.

    Darüber hinaus siehe Antworten Nr. 9. und 7,

  12. Moritz sagt:

    Stimmt nicht. Ein Freund von mir ist Beamter und er meint, man dürfe mit Softairwaffen umgehen, die Über 0,5j Energie besitzten, selbst wenn man noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat, wenn man mit einer Aufsichtberechtigten Person mit dieser umgeht.

  13. Der von Ihrem Freund angesprochene Umgang unter der Aufsicht eines Sorgeberechtigten ist *nur in einer Schießstätte* gestattet, nicht außerhalb.

    Der Begriff der Schießstätte ist in § 27 Abs. 1 S. 1 Waffengesetz definiert. Sie hat einen (verantwortlichen) Betreiber und ist eine Anlage, die dem Schießsport oder sonstigen Schießübungen mit Schusswaffen, der Erprobung von Schusswaffen oder dem Schießen mit Schusswaffen zur Belustigung dient.

  14. Jochen A. sagt:

    Sehr geehrter Herr Rommel,
    mein Sohn ,14 Jahre, hat zusammen mit 3 Freunden auf der Strasse unterwegs. Einer der Freunde hatte eine Airsoftwaffe <0,5J dabei, alle 4 haben auch mit dieser Waffe (auf Bäume und Verkehrsschilder) geschossen. Aufgrund Ihrer Antwort Nr.3, § 14 OWiG, ist er also ein Beteiligter und alle 4 haben somit eine Ordnungswidrigkeit nach §42a Abs.1 (Führen von Anscheinswaffen) begangen. Verstehe uns akzeptiere ich.

    Weiterhin habe er gegen §2 Abs.2 i.V.m. Abs. 4 (Umgang mit Waffen bedarf Erlaubnis) verstoßen. Ich bin der Meinung, dass diese Airsoft nach Abschnitt 3, Unterabschnitt 2 vom Waffengesetz von der Waffenregelung ausgenommen ist, da sie <0,5J hat und somit keiner Erlaubnis bedarf.
    Ebenfalls wird Ihm nach §53 Abs. 1 Nr. 3 Waffengesetz das Schießen mit einer Schusswaffe vorgeworfen. Auch damit bin ich nicht einverstanden, da die Waffe vom Waffengesetz ausgenommen ist (Bewegungsenergie nicht mehr als 0,5 Joule)
    Laut Bußgeldbescheid werden nun 128,50€ von Ihm gefordert, die er innerhalb von 2 Wochen zahlen muß. Er bekommt 10,- Taschengeld im Monat (wurde bei der Vernehmung angegeben), kann dies also nicht alleine bezahlen. Ist der geforderte Betrag nicht viel zu hoch angesetzt? Ich vergleiche dies mit 13 Monatsgehältern, eine imense Summe für meinen Sohn.
    Können Sie abschätzen, was bei einer Umwandlung in Arbeitsstunden nach § 98 OWIG in etwa an Arbeitsstunden zu erwarten wäre?

    Für Ihre natürlich nicht verbindliche persönliche Einschätzung möchte ich mich bereits im Voraus bedanken
    Mit freundlichen Grüßen
    Jochen A.

  15. Die Fragen sind so konkret, daß ihre Beantwortung eine Rechtsberatung darstellt. Eine solche aber ist ohne genaue Aktenkenntnis seriöserweise nicht möglich, dafür bitte ich um Verständnis.

    Ich kann lediglich auf die für Bußgeldbescheide geltende Einspruchsfrist von lediglich zwei Wochen nach Zustellung hinweisen, einzulegen schriftlich entsprechend der Rechtsmittelbelehrung, und raten, sich rechtzeitig des Beistands eines Anwalts Ihrer Wahl zu bedienen.

  16. Jochen A. sagt:

    Sehr geehrterHerr Rommel,
    vielen Dank für Ihre Antwort. Wir haben keine Rechtschutzversicherung, die zu erwartenden Anwaltskosten übersteigen sicherlich die 128,50 Bußgeldkosten, sodass es billiger für uns das Bußgeld zu bezahlen, auch wenn meiner Meinung nach die Anschuldigungen falsch sind.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jochen A.

  17. Anke M. sagt:

    Guten Tag,
    mein Sohn 13 Jahre hat eine Softair Pistole unter 0,5 Joule und hat auf dem Balkon Parterre auf die Wiese geschossen. Diese schießt ungefähr 3-4 Meter. Jetzt habe ich von meiner Wohnungsgesellschaft eine Abmahnung erhalten, das mein Sohn Ende Oktober angeblich mit einem Luftgewehr vom Balkon auf die Straße geschossen hätte, dafür würde es vertrauenswürdige Informationen geben (jemand der sich beschwert hat). Man hätte den Vorfall der Polizei gemeldet. Mein Sohn hat kein Luftgewehr und er hat nur auf dem Balkon mit einer Kinderpistole Softer geschossen. Er weiß auch, dass er nie auf Personen schießen darf. Ich habe bei der Polizei angerufen und es liegt keine Beschwerde vor. Auch wird in dem Schreiben erwähnt, dass bei einer Wiederholung oder Hinzukommenden weiteren, vertragsverletzender Verhaltensweisen, unverzüglich rechtliche Schritte unternommen werden. Wie soll ich jetzt vorgehen, damit diese Falschaussage und das Schreiben annuliert wird. Gruß Anke

  18. RA Rommel sagt:

    Da auch auf diese konkrete Frage hin hier leider keine Rechtsberatung stattfinden kann, bleibt mir nur der Hinweis, ggf. einen Anwalt aufzusuchen und dort Rechtsrat einzuholen.

  19. Konrad sagt:

    Guten Tag
    Ich hätte da noch eine Frage ich kenne jemanden der hatte ganz schön pech mit seiner softair. Er ist 13 und wollte sich eine softair mit max.0,5 jul. Da er noch nicht 14 ist hat er jemand anderen gefragt der sie für ihn kauft.
    Ungefär nach 5 Tagen hat ihn ein Mann angespeochen als er sah das mein Freund irgendwas in der Tasche hatte. Der Mann der anscheinend Polizist ist sagte zu ihm er solle ihm zeigen was in der Tasche sei danach zeigte er es ihm und der Mann wollte den Ausweis von ihm sehen. Doch mein Freund hatte ihn nicht dabei. Dann meinte der Polizist er soll die softair dann auf dem Revier mit seinem Ausweis abholen. Dann verschwand der
    Polizist wieder in seinem Haus mit Softair. Da mein Freund noch nicht 14 ist blieb ihm nichts anderes übig es seinen Eltern zu erzählen. Die haben dann die Telefon nummer vom Polizisten rausgefunden. Sein Vater hat da

    nn telefoniert mit dem Polizisten und der meinte er würde noch ein Auge zu drücken und sein Vater könne es morgen bei ihm zuhause abholen. Und im normalfall hätte er es an die Staatsanwalt weiter gegeben und mein 13 jähriger freund müsste als Strafe 120 Sozialstunden verrichten

    Und jetzt die Fragen: darf der Polizist überhaupt in zivil und privat(außerhalb vom Dienst) die Softair abnehmen und den Ausweis nach dem Ausweis fragen? Stimmt das mit den Sozialstunden denn so eine Fette strafe weil er eine Softair hat wo er noch 1 Monat zu jung ist

  20. RA Rommel sagt:

    Ein Polizeibeamter außer Dienst darf Diensthandlungen vornehmen.

    Wer noch nicht 14 Jahre alt ist, ist weder nach dem StGB noch nach dem OWiG verantwortlich. Die in der Frage geschilderten Konsequenzen hat er also nicht zu fürchten.

  21. Lucas sagt:

    Guten Tag,

    wenn ich auf meinem Grundstück mit einer Softair schieße, für deren Eigentum ich noch nicht alt genug bin (um 1,5 Jahre), verstoße ich dann auch gegen das Gesetz, schließlich gehört sie mir ja nicht? Darf sich ein Polizist überhaupt dafür interessieren, was ich auf meinem Grundstück tue, solang kein begründeter Verdacht besteht, dass eine Straftat verübt wird, bzw kann eine Ordnungswidrigkeit auf eigenem Grund geahndet werden?
    Dies sind nur allgemeine Fragen, die keinen bestimmten Fall betreffen. Ich freue mich auf ihre selbstverständlich unverbindliche Antwort.

  22. RA Rommel sagt:

    Grundsätzlich reicht der Besitz für die Verwirklichung von Ordnungswidrigkeit oder gar Straftaten nach dem Waffengesetz aus, so daß es auf die Eigentumsverhältnisse nicht ankommt.

    Wann das Schießen überhaupt nur erlaubt sein kann, ergibt sich aus dem Text oben.

    Warum sollen Ordnungswidrigkeiten auf „eigenem Grund“ nicht geahndet werden können? Im Gegenteil dürfte dort gerade der „typische“ Verstoß durch Besitz stattfinden. Außerhalb eines Grundstücks wäre man nämlich im Zweifel bei der Tatbestandsvariante des Führens von Waffen, ebenfalls siehe oben.

    Und schließlich mag sich ein Polizeibeamter interessieren, wie er möchte. Einhaken könnte man hier allenfalls bei einer bestimmten Form der Ausübung dieses Interesses. So wäre z. B. eine Durchsuchung ohne Wahrscheinlichkeit einer Straftat oder zur bloßen Ausforschung unzulässig.

  23. Sebastian sagt:

    Softairs mit Energie < 0,5 Joule fallen nicht mehr in das Waffengesetz. Damit ist es grundsätzlich erlaubt sie in der Öffentlichkeit zu tragen. Allerdings musst du dennoch mit Konsequenzen rechnen, wenn Menschen oder Tiere verletzt werden egal ob absichtlich oder nicht! Außerdem kann es natürlich zu missverständnissen kommen (z.B. zwischen Polizisten und Softair träger), da diese Softairs einer echten Waffe zum verwechseln ähnlich sind.

  24. onkelgustav sagt:

    Meine Nachbarn haben heute mit einem Softair Gewehr auf mein Grundstück geschossen. Eine von diesen Plastikkugeln traf mich im Gesicht. Noch nach über 30 Metern habe ich ca. 50 Kugeln aufgesammelt.
    Die beigerufene Polizei meinte “ Mein Sohn hat auch so eine die fliegen so weit “ Und hat die Nachbarin und Ihren Sohn wohl belehrt. Mit mir haben die Polizeibeamten nicht mehr gesprochen sie hatten einen Einsatz und sind mit Blaulicht weggefahren.
    Was kann ich jetzt noch unternehmen, die Nachbarn sind nicht einsichtig.

  25. RA Rommel sagt:

    @Sebastian: Das ist falsch. Es gibt keine entsprechende Änderung des Waffengesetzes. Es gilt nach wie vor das in dem ursprünglichen Artikel Geschriebene.

  26. RA Rommel sagt:

    @onkelgustav: In solch einem Fall ist z. B. an eine Strafanzeige zu denken. Zu Näherem müßten Sie mit Ihrem speziellen Fall einen Anwalt kontaktieren. Unter Umständen ist eine Strafantragsfrist zu beachten.

  27. thu sagt:

    Bin über Google auf diese interessante Seite gestoßen, und hätte prompt eine allgemeine Frage:

    Selbst bei Amazon werden Softairwaffen wie eine Walther P99-Nachbildung mit 18Jährige unter Beachtung des Grundsatzes, dass auch diese Personen dann die Waffe nicht in der Öffentlichkeit führen dürfen, sofern sie keinen kleinen Waffenschein besitzen?

    Bin da grade etwas verwirrt und wäre für kurze Aufklärung dankbar.

    Gruß

  28. RA Rommel sagt:

    Das Führen von Anscheinswaffen ist nach § 42a Abs. 1 WaffG *immer* und für jedermann verboten. Auch wenn ihren Geschossen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5 Joule erteilt wird!

  29. thu sagt:

    Hallo, WordPress hat meine ursprüngliche Frage leider verhackstückt, ich erlaube mir daher nochmal einen Versuch: Wie oben ausgeführt wird, dürfen Anscheinswaffen nur an Volljährige verkauft werden. Gleichzeitig werden täuschend echt aussehende Replikas z.B. von der Walther P99-Pistole überall bei den Händlern schon an 14Jährige verkauft und „ab 14“ beworben. Wie kann das sein? Ist die Definition von „Anscheinswaffe“ derart eng, dass schon minimalste Änderungen zum Original eine Replikawaffe nicht mehr zur „Anscheinswaffe“ machen?

  30. RA Rommel sagt:

    Ich bin der Meinung, beim Abfassen des Textes seinerzeit festgestellt zu haben, daß der Erwerb der besagten Waffen erst ab 18 Jahren erlaubt sei und habe vor diesem Hintergrund versucht, anhand von entsprechenden Belegen die Entstehung der Textstelle, die Sie ansprechen, nachzuvollziehen. Das ist mir nicht gelungen. Es ist daher durchaus möglich, daß mir dabei ein Fehler unterlaufen ist und ich mit meiner genannten Auffassung falsch liege.

    Das unterstellt, ist der Erwerb und Besitz von Softair-Waffen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5 Joule erteilt wird, sogar dann erlaubt, wenn die Softair-Waffen Anscheinswaffen sind.

  31. Andreas sagt:

    Hallo, ich bin auch über Google auf euch aufmerksam geworden und habe auch mal eine Frage:
    Ich lese im Moment öfters den Satz:

    „Das Schießen mit PTB-Waffen innerhalb eines befriedeten Besitztums und mit Genehmigung des Inhabers des Hausrechtes ist ohne kleinen Waffenschein erlaubt, solange niemand durch den Lärm gestört wird.“

    Das bedeutet für mich im umkehrschluss das ich, wenn ich den kleinen Waffenschein habe und Inhaber des Hausrechts bin, dann auch im Garten schießen darf auch wenn dann durch den Lärm jemand gestört wird?

    Gruß

  32. RA Rommel sagt:

    Nein. Der Kleine Waffenschein ist auf dem eigenen Grundstück nicht nötig, sondern dann, wenn die tatsächliche Gewalt über (hier: Schreckschuß-) Waffen außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume, des eigenen befriedeten Besitztums oder einer Schießstätte ausgeübt werden soll.

    Die Grenze des auf dem eigenen Grundstück Erlaubten ist dann erreicht bzw. überschritten, wenn Rechte von anderen betroffen sind, hier durch den Lärm.

  33. Maik H. sagt:

    Hallo, ich würde auch gern 2 Fragen stellen. Einmal zum Thema Softair und einmal zum Thema Anscheinswaffe. ich bin 37J alt.

    (1)
    Darf ich mit einer Softairpistole unter 0,5 Joule auf meinem eigenen Grundstück schiessen, auch wenn 1 Seite des Grundstückes nicht durch einen Zaun, Hecke, etc zum Nachbarsgrundstück, (Wiese,liegt ungenutzt brach liegt), „abgegliedert“ ist ?

    (2)
    Ich möchte mit kleinem Waffenschein eine Schreckschusspistole führen.
    Wenn ich nun eine Schreckschusspistole kaufe, die ein Nachbau einer bekannten scharfen Pistole ist, darf ich die dann mit kleinem Waffenschein führen, oder darf ich diese dann trotzdem nicht führen, weil sie dann als Ansccheinswaffe zählt?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Bemühungen.

  34. HolPert sagt:

    Guten Tag,
    verliert eine Softair den Charakter als „Anscheinswaffe“, wenn man sie pink anmalt?
    Danke im Voraus und freundliche Grüße

  35. HerPe sagt:

    Guten Tag,
    lassen sich der Charakter als „Anscheinswaffe“ z.B. durch buntes Anmalen, verändern? Und kann man den „befriedeten“ Charakter eines Geländes herstellen indem man Schilder aufstellt: „Hier wird gespielt. Alle ‚Waffen‘ sind Spielzeugwaffen“?
    Danke im Voraus und freundliche Grüße

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