Jun 242010
Der App-Store: Kein iPhone kann ohne ihn funktionieren. Man braucht die Apps, sonst kann man mit dem iPhone nicht mehr als telefonieren – und gerade DAS ist doch das Besondere, dass man nämlich WM-Tabellen abrufen, Maßeinheiten berechnen, Musik kaufen und gleich hören, Wegbescheibungen, Unterhaltungsfunktionen und nützliche Tools herunterladen kann.
All das kann man mit dem App-Store, Umgehung so gut wie ausgeschlossen. Diese Macht kennt auch Apple und drückt dem Nutzer ungefragt die AGB aufs Auge – und wer die nicht bestätigt, bleibt draußen!
Heute wieder “iTunes hat neue AGB, bevor Sie laden, bestätigen Sie bitte hier…” Ach ja, das ist die Änderung, dass Apple ab sofort speichern darf, wo ich mich aufhalte. Will ich nicht, aber habe ich eine Wahl?
117 (!) Seiten soll ich lesen, wahlweise darf ich mir die AGB auf meinen Mailaccount schicken lassen. Der Laie staunt “aber das ist doch viel zu viel zu Lesen, darf das denn, geht das denn?”
Ja, leider! Steht im Gesetz: § 305 Abs. 1 Satz 2 BGB
Gleichgültig ist, ob die Bestimmungen einen äußerlich gesonderten Bestandteil des Vertrags bilden oder in die Vertragsurkunde selbst aufgenommen werden, welchen Umfang sie haben, in welcher Schriftart sie verfasst sind und welche Form der Vertrag hat.
Wer liest sowas? Klar, masochistisch veranlagte Juristen tun sowas… man hat ja nichts Besseres zu tun. Der BGH ist auch der Ansicht (14.06.2006 (Az: I ZR 75/03)), dass es reicht, wenn ein Link und die Möglichkeit zum Download gegeben sind.
Aber selbst wenn ich nicht einverstanden bin, so verliert das iPhone seinen Nutzen. Also bestätige ich – genauso wirksam wie widerwillig. Wenn ich ein iPad hätte, wäre es noch schlimmer, schließlich kann man mit dem Ding nicht mal telefonieren, kann – mangels USB-Anschluss- nicht mal ohne Weiteres Daten austauschen… ein flaches Surfbrett ohne weitere Funktion, wäre iTunes abgeknipst.
Wird Zeit, dass auch hier die Verbraucherschützer nach § 1 Unterlassungsklagengesetz sich mal wieder stark machen und klagen. Vielleicht rührt sich auch mal der Gesetzgeber, dass der Umfang von AGB in irgend einer Form nach Zumutbarkeitsgesichtspunkten beschränkt sein sollte? ..und in der Zwischenzeit speichert Apple via GPS, wo ich bin, wie lange ich mich wo aufhalte…
Also habe ich mein Einverständnis in die Datenspeicherung meiner Standortdaten für das neue iOS4 eben widerrufen, per Mail, und nicht nur mein Einverständnis dafür, sondern generell.
Dazu muss man aber erst mal 10 Minuten auf den Seiten von iTunes und Apple suchen, bis man zumindest einen Mailprompt bekommt, in dem man seine Frage/Beschwerde kundtun und versenden kann. Oder man tut so, als wolle man iTunes neu laden und kommt so an die Adressen privacyeurope@apple.com für Europa und privacy@apple.com für USA.
Nun, was nützt es, wenn Apple beteuert, die personenbezogenen Daten zu schützen, eine Seite bereitstellt wie Apple Strategie zum Schutz der Persönlichkeitsrechte – insbesondere wenn es darin heißt
“Mitunter wird Apple bestimmte personenbezogene Daten an strategische Partner weitergeben, die mit Apple zusammenarbeiten, um Produkte und Dienste zur Verfügung zu stellen, oder die Apple beim Marketing gegenüber Kunden helfen…”
“Apple gibt personenbezogene Daten an Unternehmen weiter, die Dienstleistungen erbringen, wie zum Beispiel die Verarbeitung von Informationen, Kreditgewährung, Ausführung von Kundenbestellungen, Lieferung von Produkten an Sie, Verwaltung und Pflege von Kundendaten, Erbringung eines Kundendienstes, die Bewertung Ihres Interesses an unseren Produkten und Leistungen sowie das Betreiben von Kundenforschung oder die Durchführung von Umfragen zur Kundenzufriedenheit.”
Der Versuch, meine Datenspeicherung zu unterbinden, wird kläglich sein, wer sollte Apple schon hindern… aber solange das BDSG mir das Recht dazu gibt, werde ich sowas widerrufen… auch wenn es ein eher “untauglicher Versuch am untauglichen Objekt” ist:
Dear Customer Support, dear Sir or Madam,
I hereby declare, that I DO NOT AGREE TO THE NEW TERMS AND CONDITIONS OF THE NEW ITUNES iOS4 VERSION!I was forced to click the “I agree” button, for otherwise I cannot use the app store anymore on my iPhone.
By German data protection law (BDSG) and EU legislation on consumer protection (European directive 93/13) -which are applicable – it is not allowed to save, share, use or handle data without permission and to obtain pseudo permissions on pre-formulated clauses which are not in accordance with this legislation.
Since Apple forced me to agree I hereby explicitly withdraw any permission you enforced me to give you against my free will. So therefore you are explicitly not allowed to save ANY data of me nor give it away to third parties for any reason.
Please take note and confirm.
Sincerely yours
Anja M. Neubauer
attorney at law – Germany

Der App-Store: Kein iPhone kann ohne ihn funktionieren. Man braucht die Apps, sonst kann man mit dem iPhone nicht mehr als telefonieren – und gerade DAS ist doch das Besondere, dass man nämlich WM-Tabellen abrufen, Maßeinheiten berechnen, Musik kaufen und gleich hören, Wegbescheibungen, Unterhaltungsfunktionen und nützliche Tools herunterladen kann.

All das kann man mit dem App-Store, Umgehung so gut wie ausgeschlossen. Diese Macht kennt auch Apple und drückt dem Nutzer ungefragt die AGB aufs Auge – und wer die nicht bestätigt, bleibt draußen!

Heute wieder “iTunes hat neue AGB, bevor Sie laden, bestätigen Sie bitte hier…” Ach ja, das ist die Änderung, dass Apple ab sofort speichern darf, wo ich mich aufhalte. Will ich nicht, aber habe ich eine Wahl?

117 (!) Seiten soll ich lesen, wahlweise darf ich mir die AGB auf meinen Mailaccount schicken lassen. Der Laie staunt “aber das ist doch viel zu viel zu Lesen, darf das denn, geht das denn?”

Ja, leider! Steht im Gesetz: § 305 Abs. 1 Satz 2 BGB

Gleichgültig ist, ob die Bestimmungen einen äußerlich gesonderten Bestandteil des Vertrags bilden oder in die Vertragsurkunde selbst aufgenommen werden, welchen Umfang sie haben, in welcher Schriftart sie verfasst sind und welche Form der Vertrag hat.

Wer liest sowas? Klar, masochistisch veranlagte Juristen tun sowas… man hat ja nichts Besseres zu tun. Der BGH ist auch der Ansicht (14.06.2006 (Az: I ZR 75/03)), dass es reicht, wenn ein Link und die Möglichkeit zum Download gegeben sind.

Aber selbst wenn ich nicht einverstanden bin, so verliert das iPhone seinen Nutzen. Also bestätige ich – genauso wirksam wie widerwillig. Wenn ich ein iPad hätte, wäre es noch schlimmer, schließlich kann man mit dem Ding nicht mal telefonieren, kann – mangels USB-Anschluss- nicht mal ohne Weiteres Daten austauschen… ein flaches Surfbrett ohne weitere Funktion, wäre iTunes abgeknipst.

Wird Zeit, dass auch hier die Verbraucherschützer nach § 1 Unterlassungsklagengesetz sich mal wieder stark machen und klagen. Vielleicht rührt sich auch mal der Gesetzgeber, dass der Umfang von AGB in irgend einer Form nach Zumutbarkeitsgesichtspunkten beschränkt sein sollte? ..und in der Zwischenzeit speichert Apple via GPS, wo ich bin, wie lange ich mich wo aufhalte…

Also habe ich mein Einverständnis in die Datenspeicherung meiner Standortdaten für das neue iOS4 eben widerrufen, per Mail, und nicht nur mein Einverständnis dafür, sondern generell.

Dazu muss man aber erst mal 10 Minuten auf den Seiten von iTunes und Apple suchen, bis man zumindest einen Mailprompt bekommt, in dem man seine Frage/Beschwerde kundtun und versenden kann. Oder man tut so, als wolle man iTunes neu laden und kommt so an die Adressen privacyeurope@apple.com für Europa und privacy@apple.com für USA.

Nun, was nützt es, wenn Apple beteuert, die personenbezogenen Daten zu schützen, eine Seite bereitstellt wie Apple Strategie zum Schutz der Persönlichkeitsrechte – insbesondere wenn es darin heißt

“Mitunter wird Apple bestimmte personenbezogene Daten an strategische Partner weitergeben, die mit Apple zusammenarbeiten, um Produkte und Dienste zur Verfügung zu stellen, oder die Apple beim Marketing gegenüber Kunden helfen…”

“Apple gibt personenbezogene Daten an Unternehmen weiter, die Dienstleistungen erbringen, wie zum Beispiel die Verarbeitung von Informationen, Kreditgewährung, Ausführung von Kundenbestellungen, Lieferung von Produkten an Sie, Verwaltung und Pflege von Kundendaten, Erbringung eines Kundendienstes, die Bewertung Ihres Interesses an unseren Produkten und Leistungen sowie das Betreiben von Kundenforschung oder die Durchführung von Umfragen zur Kundenzufriedenheit.”

Der Versuch, meine Datenspeicherung zu unterbinden, wird kläglich sein, wer sollte Apple schon hindern… aber solange das BDSG mir das Recht dazu gibt, werde ich sowas widerrufen… auch wenn es ein eher “untauglicher Versuch am untauglichen Objekt” ist:

Dear Customer Support, dear Sir or Madam,

I hereby declare, that I DO NOT AGREE TO THE NEW TERMS AND CONDITIONS OF THE NEW ITUNES iOS4 VERSION!I was forced to click the “I agree” button, for otherwise I cannot use the app store anymore on my iPhone.

By German data protection law (BDSG) and EU legislation on consumer protection (European directive 93/13) -which are applicable – it is not allowed to save, share, use or handle data without permission and to obtain pseudo permissions on pre-formulated clauses which are not in accordance with this legislation.

Since Apple forced me to agree I hereby explicitly withdraw any permission you enforced me to give you against my free will. So therefore you are explicitly not allowed to save ANY data of me nor give it away to third parties for any reason.

Please take note and confirm.

Sincerely yours

Anja M. Neubauer

attorney at law – Germany

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3 Antworten to “Widerruf zur Datenspeicherung iOS4 – ein hilfloser Versuch….”

  1. Wie ich schon ahnte, ein hilfloses Unterfangen, man stellt sich einfach taub:

    “Hello,

    Thank you for your recent email regarding the reference in Apple’s Privacy Policy to sharing information with third parties.

    Apple takes the privacy of its customers very seriously and is committed to protecting it. Apple does not share customer information with third parties for marketing purposes. However, as our policy states, we do share information to help us process information, extend credit, fulfill customer orders, deliver products to customers, manage and enhance customer data, provide customer service, assess interest in our products and services, or conduct customer research or satisfaction surveys. One specific example would be sharing customer shipping address information with companies such as Federal Express so we can deliver products purchased from our online store. Though we do not share the names of companies with which we have business relationships we can assure that those companies are held to the highest standard of data security and do not have access to customer information for purposes other than serving Apple’s direct business interest.

    We hope that this resolves any questions or concerns you may have regarding our Privacy Policy.

    Best regards,

    Apple Privacy Postmaster”

    Musste daher etwas zurückmotzen:

    “Dear Postmaster,

    no, this does not “resolve my questions” for my mail to you was a withdrawel of permission – not any kind of question, but an order!

    I don’t want you neither to save nor to share my data with whomsoever – and besides, I don’t care with “whom”.

    By German data protection law (BDSG) and EU legislation on consumer protection (European directive 93/13) it is simply not allowed to save, share, use or handle data without permission!

    These are my rights and I would like you to respect that.

    Sincerely yours”

    Ich werde berichten, falls ich nochmals eine Antwort erhalten sollte, die mir – trotz Widerrufs- “die absolute Vertraulichkeit der Weitergabe an circa eine Million Werbepartner von Apple – die natürlich nicht genannt werden dürfen” – versichert! Frech!

  2. [...] zur Datenspeicherung #iOS4 – ein hilfloser Versuch…. – http://conlegi.de/?p=2066 via @Mydlak #iPhone [...]

  3. Antwort:
    “Dear Mrs Neubauer,

    thanks for your email and for your feedback.

    I understand you are concerned about Apple’s latest change of our terms and conditions.

    Finding a solution for you is important to me, so I have requested assistance with the issue you reported. You will receive an email after the matter has been investigated and further information is available.

    Thank you for your patience.

    Sincerely,

    Steffen

    Senior Advisor”

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