Jul 152011

Ein Mandant sieht sich mit einer Forderung eines Telekommunikationsanbieters konfrontiert, die ihm nicht gerechtfertigt erscheint. Es kommt zum gerichtlichen Mahnverfahren durch eine vom Anbieter beauftragte Kanzlei. Dem Mahnbescheid wird besprochen, es werden Schriftsätze gewechselt. Bis hierhin also alles wie immer.

Dann legt mir der Mandant ein Schreiben des Anbieters vor: „unsere Anwälte haben uns mitgeteilt, daß Sie dem Mahnbescheid widersprochen haben. Bitte teilen Sie uns die Gründe mit.“ Da fragt man sich natürlich, wozu der Anbieter seine Anwälte bezahlt, wenn er die Arbeit dann doch lieber selber macht.

Oder geht es vielleicht darum, daß der Anwalt des Kunden umgangen werden sollte und die vom Anbieter beauftragte Kanzlei den Kunden nach anwaltlichem Berufsrecht nicht direkt anschreiben darf?

Ich vermute, daß es sich bei diesem Schreiben um eine Idee des Anbieters handelt. Ob es sich um einen ernstgemeinten Versuch handelt, das Problem zu lösen, ob die Information „Kunde ist anwaltlich vertreten“ untergegangen ist, oder ob der Kunde an seinem Anwalt vorbei ausgefragt und anschließend beeinflußt werden sollte, kann ich natürlich nicht beurteilen. Vorkommen sollte es so oder so nicht – und auch Anwälte sollten vernünftigen Lösungsvorschlägen gegenüber aufgeschlossen sein.

Ich kann nur daran erinnern, alle Schreiben dem Anwalt mitzuteilen und sie nicht ohne Rücksprache mit dem eigenen Anwalt zu beantworten.

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2 Antworten to “Wieso widersprechen Sie?”

  1. Ja, das ist ein Rat, den die Mandanten unbedingt beachten sollten und die gegnerischen Anwälten sollten dies ebenfalls beachten, denn anderfalls liegt ein verstoß gegen § 12 BORA vor!

  2. RAin Anja Uelhoff sagt:

    Das scheint „Masche“ zu sein: die Deutsche Bank schrieb einmal an eine Mandantin:“…. haben Sue von Ihrer Anwältin Widerspruch erheben lassen. Wir hoffen, Sie sind sich der Folgen bewusst und fordern Sie auf, den Betrag von x Euro umgehend zu zahlen.“ Hat die Mandantin natuerlich nicht gemacht – und die Deu Ba hat das streitige Verfahren nicht durchgeführt ……

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